Körpertherapie – Wenn der Körper die Seele heilen kann

01.Juni 2018
 

 

Was ist Körpertherapie?

Unter dem Begriff der Körpertherapie vereinen sich eine Vielzahl von Methoden und Konzepte. Ihr Ziel ist es, muskuläre Verspannungen und Fehlhaltungen zu korrigieren sowie die Beweglichkeit des Körpers zu verbessern. Häufig wird nur der Körper behandelt. Die Gefühle und Gedanken des Klienten werden oft nicht therapeutisch miteinbezogen und aufgearbeitet.

 

 

 

Körperpsychotherapie

Körperpsychotherapie wird oft als Synonym für Körpertherapie verwendet. Sie verbindet psychotherapeutische Methoden mit Ansätzen der Körperarbeit und behandelt körperliche und seelische Prozesse gleichwertig. Die vertiefte Körperwahrnehmung eröffnet einen Zugang zu unbewussten seelischen Prozessen, wodurch die psychosomatische Wechselbeziehung für den Klienten ganzheitlich erfahrbar wird. 

 

Psychotherapie im Vergleich

In der Psychotherapie stehen die Gedanken und Gefühle des Klienten im Vordergrund. Das Verhalten und Erleben des Klienten wird im therapeutischen Gespräch betrachtet und reflektiert. Für Klienten, die tendenziell in ihrem Denken verhaftet sind und dazu neigen, ihre Gefühle zu rationalisieren, reicht es oft nicht aus, über sich und ihre Probleme zu sprechen. Es fehlt dann der Zugang zum Körper und seinen Empfindungen. Die Klienten haben dann das Gefühl, nicht als ganze Person wahrgenommen und angesprochen zu werden.

 

Gespeicherte Erinnerungen im Körper

Häufig liegen sowohl körperlichen als auch psychischen Erkrankungen vergangene Konflikte und unbewältigte Traumata zugrunde, die dem Bewusstsein nicht mehr zugänglich sind. Die Erfahrungen bleiben jedoch als Körpererinnerungen gespeichert – in Form von Gefühlen, inneren Bildern, chronischen Verspannungen und faszialen Verklebungen des Bindegewebes.  

 

Psychosomatische Wechselbeziehung

Ein Gedanke oder ein Gefühl löst zugleich immer eine körperliche Empfindung aus, auch wenn wir uns dessen nicht bewusst sind. Entspannt sich der Körper, verändert sich auch die Art zu fühlen und zu denken. Wenn der Geist zur Ruhe kommt, werden Gefühle wieder intensiver empfunden. Ist die psychosomatische Wechselbeziehung zwischen Körper, Geist und Seele wieder in Balance, fühlen wir uns klar, lebendig und den alltäglichen Herausforderungen gewachsen.  

 

Hilfe zur Selbsthilfe

Mit vertiefter Körperwahrnehmung ist es möglich, Stress, Angst, chronische Anspannung und Schmerzen selbst zu beeinflussen und auch aufzulösen. Die Fähigkeit zur Selbstregulation wird gestärkt, das Selbstvertrauen wächst und wir werden achtsamer im Umgang mit uns selbst und anderen Menschen.