Wenn der Körper die Seele heilen kann….

10.Juli 2021

 

 

Was ist Körpertherapie?
Unter dem Begriff Körpertherapie vereinen sich eine Vielzahl von Methoden und Konzepten. Meistens verfolgen sie das Ziel, muskuläre Verspannungen und Fehlhaltungen zu korrigieren sowie die Beweglichkeit des Körpers zu verbessern. Deshalb stehen häufig nur die körperliche Beschwerden im Vordergrund der Behandlung. Die Gefühle und Gedanken des Klienten werden nicht einbezogen und therapeutisch bearbeitet.

 

Körperpsychotherapie
Körperpsychotherapie wird oft als Synonym für Körpertherapie verwendet. Sie verbindet jedoch psychotherapeutische Methoden mit Ansätzen der Körperarbeit, Körpertherapie und behandelt körperliche und seelische Prozesse gleichwertig. Die vertiefte Körperwahrnehmung eröffnet einen Zugang zu den unbewussten seelischen Prozessen, wodurch die psychosomatische Wechselbeziehung zwischen Gedanken, Gefühlen und körperlichen Empfindungen für den Klienten ganzheitlich erfahrbar wird.

 

Psychotherapie im Vergleich
In der Psychotherapie wird das Verhalten und gefühlte Erleben des Klienten im therapeutischen Gespräch betrachtet und reflektiert. Doch für Menschen, die beispielsweise sehr in ihrem Denken verhaftet sind und dazu neigen, Gefühle zu rationalisieren, reicht es oft nicht aus, über sich und ihre Probleme zu sprechen. Es fehlt Ihnen die Verbindung zu ihren körperlichen Empfindungen und somit auch der Zugang zu Ihrer Lebendigkeit. Oftmals haben die Klienten dann das Gefühl, in der Therapie nicht als ganze Person wahrgenommen und angesprochen zu werden.

 

Psychosomatische Wechselbeziehung
Ein Gedanke oder ein Gefühl löst zugleich immer eine körperliche Empfindung aus, auch wenn wir uns dessen nicht bewusst sind. Entspannt sich der Körper, verändert sich auch die Art zu fühlen und zu denken. Wenn der Geist zur Ruhe kommt, werden Gefühle wieder intensiver empfunden. Ist die psychosomatische Wechselbeziehung zwischen Körper, Geist und Seele wieder in Balance, fühlen wir uns klar, lebendig und den alltäglichen Herausforderungen gewachsen.

 

Gespeicherte Erinnerungen im Körper
Häufig liegen körperlichen als auch psychischen Erkrankungen vergangene Konflikte und unbewältigte Traumata zugrunde. Sie können erinnert werden oder dem Bewusstsein nicht mehr zugänglich sein. Die Erfahrungen bleiben jedoch als Körpererinnerungen gespeichert – in Form von Gefühlen, inneren Bildern, diffusen Körperempfindungen, chronisch muskulären Verspannungen und faszialen Verklebungen des Bindegewebes.

 

Hilfe zur Selbsthilfe
Mit vertiefter Körperwahrnehmung können wir lernen, Stress, Angst, chronische Anspannung sowie Schmerzen zu beeinflussen, zu lindern und aufzulösen. Die Fähigkeit zur Selbstregulation wird gestärkt, unser Selbstvertrauen wächst und wir werden achtsamer im Umgang mit uns selbst und anderen Menschen.